Beliebteste Hunderassen in Deutschland: Aufsteiger seit 1992
Gemessen an den Welpen im Zuchtbuch des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) führt 2025 weiterhin der Deutsche Schäferhund mit 6.374 Welpen, vor dem Teckel mit 4.508 und dem Labrador Retriever mit 2.401. Für den Labrador ist Platz 3 neu: 1992 trug der VDH erst 685 Labrador-Welpen ein. Die Gewinner seit 1992 sind Retriever und Hütehunde, die Verlierer die klassischen Schutz- und Wachhunde.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Labrador Retriever steigt von 685 Welpen (1992) auf 2.401 (2025), rund das Dreieinhalbfache (berechnet). 2025 überholt er erstmals den Deutsch Drahthaar mit 2.215.
- Von 1993 bis 2024 hießen die ersten drei jedes Jahr Deutscher Schäferhund, Teckel, Deutsch Drahthaar. 2025 ist das erste Jahr, in dem sich diese Spitze ändert.
- Der Golden Retriever wächst von 943 auf 2.007, der Border Collie von 271 auf 1.000.
- Der Australian Shepherd taucht 1996 mit 7 Welpen in der Statistik auf, 2025 sind es 493. Der Malinois steigt von 0 (1992) auf 884, seinen bisherigen Höchststand, und steht damit auf Platz 13.
- Dagegen: Riesenschnauzer von 1.940 auf 427, Dobermann von 1.322 auf 416, Boxer von 2.544 auf 1.050.
Wer die Plätze der Wachhunde übernommen hat
| Rasse | 1992 | 2011 | 2025 |
|---|---|---|---|
| Labrador Retriever | 685 | 2.802 | 2.401 |
| Golden Retriever | 943 | 2.134 | 2.007 |
| Border Collie | 271 | 841 | 1.000 |
| Malinois | 0 | 494 | 884 |
| Australian Shepherd | – | 406 | 493 |
| Rottweiler | 2.517 | 1.414 | 1.376 |
| Boxer | 2.544 | 1.579 | 1.050 |
| Riesenschnauzer | 1.940 | 890 | 427 |
| Dobermann | 1.322 | 616 | 416 |
Der Labrador kam 1998 zum ersten Mal unter die ersten 20 Rassen, damals auf Platz 11. Seit 2003 steht er jedes Jahr unter den ersten fünf, fast immer auf Platz 4. Der Golden Retriever folgt ihm seit 2005 meist direkt dahinter. Der Border Collie ist seit 2012 durchgehend in den Top 20, der Malinois seit 2023: erst Platz 20, 2024 Platz 15, 2025 Platz 13.
Auf der anderen Seite stehen die Rassen, die früher Hof und Haus bewacht haben. Der Rottweiler stand 1995 bis 1997 auf Platz 4, heute auf Platz 7. Dobermann und Riesenschnauzer, 1992 noch auf den Plätzen 14 und 10, sind aus den Top 20 herausgefallen.
Warum auch die Aufsteiger weniger Welpen haben – und trotzdem gewinnen
Die VDH-Zuchtbücher schrumpfen insgesamt. Über alle Rassen hat der VDH 2011 noch 80.719 Welpen eingetragen, 2025 waren es 55.053, ein Minus von 31,8 Prozent (berechnet). Vor diesem Hintergrund ist nicht jede sinkende Zahl ein Verlust an Beliebtheit.
Der Labrador verliert seit 2011 zwar 14,3 Prozent, der Golden Retriever 6,0 Prozent. Weil das Zuchtbuch aber viel stärker schrumpft, wächst ihr Anteil: beim Labrador von 3,5 auf 4,4 Prozent aller Welpen, beim Golden Retriever von 2,6 auf 3,6 Prozent (beides berechnet). Gegen den Trend absolut gewachsen sind seit 2011 der Malinois um 78,9 Prozent, der Australian Shepherd um 21,4 Prozent und der Border Collie um 18,9 Prozent.
Zum Vergleich der Deutsche Schäferhund: minus 52,2 Prozent seit 2011, sein Anteil fällt von 16,5 auf 11,6 Prozent. Er ist noch die Nummer eins, aber mit deutlich weniger Abstand. Wie er dorthin kam, beschreibt der Artikel über den Deutschen Schäferhund.
Auffällig sind die Jahre 2020 und 2021: Der Labrador erreicht 2021 mit 3.219 Welpen seinen Höchststand, der Border Collie mit 1.426 ebenfalls. Auch Schäferhund und Teckel liegen in diesen beiden Jahren über dem Vorjahr. Die Statistik nennt dafür keine Gründe.
Was die Zahl nicht sagt
- Gezählt wird nur die Zucht im VDH. Hunde ohne Papiere, Importe, Mischlinge und Welpen aus Vermehrungen außerhalb der Mitgliedsvereine fehlen. „Beliebteste Rasse im Zuchtbuch“ heißt nicht „häufigste Rasse im Haushalt“. Eine Rassestatistik für den Bestand gibt es nicht, weil es kein nationales Heimtierregister gibt.
- Welpen pro Jahr, nicht Bestand. Den 55.053 VDH-Welpen von 2025 stehen laut IVH/ZZF 10,0 Millionen Hunde in deutschen Haushalten gegenüber. Die beiden Zahlen messen Verschiedenes und lassen sich nicht ineinander umrechnen.
- Die Null beim Malinois 1992 steht so in der Quelle. Die VDH-Tabelle unterscheidet nicht zwischen „keine Welpen gemeldet“ und „nicht gezüchtet“. Der Australian Shepherd wird erst ab 1996 geführt.
- Ränge gelten nur bis Platz 20. Der Datensatz enthält 47 Rassen, darunter alle, die seit 1992 einmal unter den ersten 20 waren. Ränge dahinter lassen sich daraus nicht ablesen.
- Die oft zitierten 113.702 Welpen für 2024 passen nicht zur Summe der VDH-Tabelle, die für 2024 auf 56.851 kommt. Sie wurden nicht übernommen.
Wie stark die Verbandsstatistik bei Moderassen danebenliegen kann, zeigt die Französische Bulldogge: Sie ist in Haushalten verbreitet, im VDH-Zuchtbuch aber selten.
Häufige Fragen
Was ist die beliebteste Hunderasse in Deutschland?
Im Zuchtbuch des VDH der Deutsche Schäferhund, mit 6.374 Welpen im Jahr 2025. Es folgen Teckel mit 4.508 und Labrador Retriever mit 2.401. Für alle Hunde in deutschen Haushalten gibt es keine Rassestatistik.
Wie viele Labrador-Welpen gibt es pro Jahr in Deutschland?
Im VDH wurden 2025 genau 2.401 Labrador-Welpen eingetragen, der Höchststand lag 2021 bei 3.219. Welpen außerhalb der VDH-Mitgliedsvereine erfasst keine Statistik.
Wie viele Welpen registriert der VDH pro Jahr?
2025 waren es 55.053 Welpen aller Rassen, 2011 noch 80.719.
Quelle und Methode
Welpenstatistik der VDH-Mitgliedsvereine, Verband für das Deutsche Hundewesen, abgerufen am 5. November 2026. 2011 bis 2025 aus der aktuellen Onlinetabelle, 1992 bis 2010 aus fünf archivierten Fassungen der früheren Tabelle im Internet Archive; alle Überschneidungen stimmen überein. 1990 und 1991 sind nicht online verfügbar. Berechnet sind die Faktoren, die prozentualen Veränderungen und die Anteile an allen Welpen; Grundlage für die Anteile ist die Gesamtzahl der VDH-Tabelle, die es nur für 2011 bis 2025 gibt. Die Ränge sind aus den 47 Rassen des Datensatzes gebildet. Mehr zur Herkunft der Zahlen: Datenherkunft.