Tiermedizin in Zahlen

Exkurs · Neu im Studio

Oktoberfest in Zahlen: Maßpreis, Bier und Inflation

Eine Maß auf dem Oktoberfest kostete 2025 im Schnitt 15,33 Euro, fast fünfmal so viel wie 1985 mit 3,20 Euro, 2026 nach vorläufigen Zahlen rund 15,69 Euro. Wäre sie nur mit den Verbraucherpreisen gestiegen, läge sie heute bei gut 7 Euro. Getrunken wird trotzdem mehr als 1985, und die Wiesn 2026 hatte mit 7,4 Millionen Gästen so viele wie nie. Pro Kopf floss dabei aber so wenig Bier wie seit 2001 nicht mehr. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Amts München für 39 Wiesn seit 1985 und die Bilanz der Stadt von heute.

Stand 4. Oktober 2026 · von Thomas Freimoser · auf LinkedIn seit 4. Oktober 2026

Die Maß wird teurer, getrunken wird mehr · Daten als CSVIm Studio öffnen

Ein Exkurs, und warum

Auf dieser Seite geht es sonst um Tierärzte, Praxen und Haustiere. Heute, am letzten Wiesn-Tag 2026, geht es ums Bier, aus einem Grund: Das Studio, mit dem alle Grafiken dieser Seite entstehen, hat ein neues Diagramm bekommen, Säulen + Linie. Es zeigt zwei Einheiten in einem Bild, hier Bier und Besucher als Säulen nebeneinander und den Maßpreis als Linie. Dafür braucht es Daten, bei denen Menge und Preis zusammen eine Geschichte erzählen. Die Wiesn liefert sie.

Das Wichtigste in Kürze

Die Reihe seit 1985

JahrMaßpreisMaß nur mit InflationBier (Mio. Liter)Besucher (Mio.)Liter je Besucher
19853,20 €3,20 €5,57,10,77
19955,15 €4,07 €5,06,70,75
20057,15 €4,68 €6,26,11,01
201510,27 €5,42 €7,55,91,27
201911,71 €5,71 €7,96,31,25
202314,33 €6,69 €7,47,21,03
202515,33 €6,99 €6,76,51,03
2026*15,69 €7,18 €6,97,40,93

„Maß nur mit Inflation“: der Preis von 1985, fortgeschrieben mit dem Verbraucherpreisindex. Liter je Besucher: Bier geteilt durch Besucher. Beides berechnet. 2020 und 2021 fiel die Wiesn wegen Corona aus. 2026 vorläufig: Besucher laut Bilanz der Stadt vom 4. Oktober, Bier und Maßpreis aus den Werten 2025 und den gemeldeten Steigerungen fortgeschrieben, Inflation als Mittel der Monate Januar bis September.*

Teurer als die Inflation, Jahr für Jahr

Ohne das Bier wird das Bild ruhiger: nur Besucher und Preise. Die Besuchersäulen bewegen sich über 40 Jahre zwischen 5,5 und 7,4 Millionen, die beiden Preislinien laufen davon unabhängig auseinander.

Die Maß wird teurer, die Wiesn voller · Daten als CSVIm Studio öffnen

Die beiden Linien laufen schon in den ersten Jahren auseinander und kommen sich nie wieder nahe. 1995 kostete die Maß 5,15 Euro, mit der Inflation wären es 4,07 gewesen. 2015 lag der Abstand bei fast fünf Euro, 2025 bei 8,34 Euro. Den größten Sprung gab es nach der Corona-Pause: von 11,71 Euro 2019 auf 13,45 Euro 2022, ein Plus von 15 Prozent in einem Schritt.

Gemessen an der Teuerung insgesamt hat sich die Maß damit real mehr als verdoppelt. 2026 kostete sie laut Stadt München je nach Zelt zwischen 14,80 und 15,90 Euro, im Schnitt 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Verbraucherpreise stiegen in den ersten neun Monaten 2026 im Mittel um 2,6 Prozent: In diesem einen Jahr ist die Maß also ausnahmsweise etwas langsamer teurer geworden als alles andere.

Mehr Gäste, weniger Bier pro Kopf

In der Grafik stehen Bier und Besucher als Säulen nebeneinander, beide in Millionen. Bis 2003 ist die Besuchersäule in jedem Jahr die höhere: mehr Gäste als Liter Bier. 2004 überholt das Bier die Besucher und bleibt bis 2025 vorn. Weil die Zahl der Besucher kaum wuchs, trank jeder Einzelne mehr: 1985 kamen auf einen Besucher rechnerisch 0,77 Liter, 2015 waren es 1,27 Liter, mehr als eine Maß pro Kopf.

Seit 2023 hat sich das gedreht. Bei 14 bis 15 Euro je Maß lag der Wert 2023 bis 2025 nur noch bei rund 1,03 Litern, und 2026 liegen die Besucher zum ersten Mal seit 2003 wieder vorn: 7,4 Millionen Gäste, aber nur rund 6,9 Millionen Liter. Das sind 0,93 Liter pro Kopf, so wenig wie seit 2001 nicht mehr. Die Stadt erklärt den Besucherrekord vor allem mit vollen Werktagen, unter der Woche kamen bis zu 29 Prozent mehr Gäste, und mit spätsommerlichem Wetter. Ob mehr Familien und Tagesgäste, der Preis oder die Zählung den Wert drücken, sagen die Zahlen nicht. Auffällig ist der Trend zu alkoholfreiem Bier: 2025 meldeten die Festwirte 5.638 Hektoliter nach 2.400 im Vorjahr, 2026 noch einmal 10,7 Prozent mehr.

Der Umsatz mit Bier, Menge mal Durchschnittspreis, lag 2025 bei rund 103 Millionen Euro, 1985 bei 17 Millionen (berechnet).

Das Hendl verliert

Beim Hendl ist es umgekehrt: Der Preis stieg weniger stark als der der Maß, plus 288 Prozent, aber gegessen wird viel weniger. 1991 meldeten die Wirte 807.710 Hendl, 2025 noch 351.461. Ein Teil davon ist kein Trend, sondern ein Bruch in der Reihe: 2001 halbiert sich die Zahl von einem Jahr aufs andere, bei nur leicht weniger Besuchern. Die Quelle erklärt das nicht, eine geänderte Erfassung liegt nahe. Auch danach geht es aber weiter abwärts, von 459.259 im Jahr 2002 auf 351.461 im Jahr 2025. Für 2026 melden die großen Wirte, das Hendl sei „wieder im Aufwind“; Zahlen dazu gibt es noch nicht.

Welches Bier in welchem Zelt ausgeschenkt wird und was die Wiesnbiere unterscheiden, steht auf BierDurst.org, meiner zweiten Seite, die sich ums Bier dreht.

Neu im Studio: Säulen + Linie

Die Grafik oben entsteht aus einer einfachen Tabelle: eine Zeile je Jahr, eine Spalte je Reihe. Neu ist die Zuordnung:

Wie die Tabelle genau aussehen muss: Säulen + Linie im Datenformat. Mit dem Knopf unter der Grafik öffnet sich der Datensatz im Studio, dort lässt er sich als Video für LinkedIn exportieren. Alles läuft im Browser, die Daten verlassen das Gerät nicht.

Auf dieser Seite wird das Format bald auch für die Tiermedizin gebraucht, etwa für Praxen und die Zahl der Hunde und Katzen in einem Bild.

Was die Zahlen nicht sagen

Häufige Fragen

Was kostet eine Maß auf dem Oktoberfest 2026?

Je nach Zelt zwischen 14,80 und 15,90 Euro, laut Stadt München im Schnitt 2,4 Prozent mehr als 2025. Der amtliche Durchschnitt 2025 lag bei 15,33 Euro, fortgeschrieben ergibt das rund 15,69 Euro.

Wie viel hat eine Maß auf dem Oktoberfest 1985 gekostet?

Im Schnitt 3,20 Euro, umgerechnet aus D-Mark. Seitdem ist der Preis um 379 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise um 118 Prozent.

Wie viele Besucher hatte das Oktoberfest 2026?

Nach erster Schätzung der Festleitung 7,4 Millionen an 16 Tagen, so viele wie nie. Der bisherige Rekord waren 7,2 Millionen im Jahr 2023, auf einer Wiesn mit 18 Tagen.

Wie viel Bier wird auf dem Oktoberfest getrunken?

2025 waren es laut Statistischem Amt 67.127 Hektoliter, rund 6,7 Millionen Liter. 2026 meldet die Stadt 6,7 Millionen Maß Festbier, 2,7 Prozent mehr als 2025. Der Rekord stammt von 2011 mit 79.225 Hektolitern.

Was würde die Maß kosten, wenn sie nur mit der Inflation gestiegen wäre?

2025 wären es 6,99 Euro statt 15,33 Euro gewesen, 2026 rund 7,18 Euro statt 15,69 Euro. Gerechnet ist der Preis von 1985 mal der Anstieg des Verbraucherpreisindex.

Quelle und Methode

Oktoberfest: Statistisches Amt München, Open Data Portal, Datei „Oktoberfest 1985–2025“, Stand 13.07.2026, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0. Werte unverändert übernommen, Hektoliter in Liter umgerechnet. Verbraucherpreisindex: Destatis, Lange Reihen ab 1948, Jahresdurchschnitte, 2025 aus der Jahresrate der Pressemitteilung vom 16.01.2026. Preise 2026 und alkoholfreies Bier 2025: Stadt München, Oktoberfest in Zahlen. 2026: vorläufige Schlussbilanz der Stadt München vom 04.10.2026; Inflation 2026 aus den Pressemitteilungen von Destatis zu Januar bis September. Berechnet sind „Maß nur mit Inflation“, Liter je Besucher, Umsatz und alle Veränderungsraten. Der Datensatz steht im Studio als „Die Maß wird teurer, getrunken wird mehr“.