Haustierbedarf online: Umsatz 2013 bis 2025
Der Online-Handel mit Heimtierbedarf setzte 2025 in Deutschland 1.521 Mio. Euro um, 2013 waren es 400 Mio. Euro. 2022 lag er mit 1.203 Mio. Euro erstmals über dem Umsatz mit Bedarfsartikeln und Zubehör im stationären Handel (1.091 Mio. Euro). So steht es in „Der Deutsche Heimtiermarkt“ von ZZF und IVH.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwischen 2013 und 2025 hat sich der Online-Umsatz rechnerisch auf das 3,8-Fache erhöht, im Schnitt um 11,8 Prozent pro Jahr (berechnet).
- Den größten Sprung machte er 2021: plus 233 Mio. Euro auf 1.055 Mio., ein Plus von 28,3 Prozent (berechnet).
- Bedarfsartikel im Laden wuchsen im selben Zeitraum nur von 935 auf 1.063 Mio. Euro, rechnerisch um 13,7 Prozent.
- 2025 wuchs der Online-Handel kaum noch: plus 9 Mio. Euro gegenüber 2024 (1.512 Mio.).
- Auf 100 Euro Ladenumsatz in den sechs ausgewiesenen Segmenten kamen 2018 rechnerisch 14,8 Euro online, 2025 schon 28,5 Euro.
Wie der Online-Handel den Laden eingeholt hat
| Jahr | Online (alle Segmente) | Bedarfsartikel im Laden | Online minus Laden |
|---|---|---|---|
| 2013 | 400 | 935 | −535 |
| 2015 | 450 | 953 | −503 |
| 2017 | 580 | 987 | −407 |
| 2019 | 705 | 1.017 | −312 |
| 2020 | 822 | 1.053 | −231 |
| 2021 | 1.055 | 1.101 | −46 |
| 2022 | 1.203 | 1.091 | +112 |
| 2023 | 1.316 | 1.121 | +195 |
| 2024 | 1.512 | 1.114 | +398 |
| 2025 | 1.521 | 1.063 | +458 |
Millionen Euro zu Endverbraucherpreisen. Differenz berechnet.
Bis 2015 wuchs der Online-Handel um 20 bis 30 Mio. Euro im Jahr, danach um 45 bis 80 Mio. Ab 2020 werden die Schritte größer: plus 117 Mio., dann plus 233 Mio. in einem einzigen Jahr. 2021 fehlten nur noch 46 Mio. Euro zum Zubehör im Laden, ein Jahr später war der Abstand umgekehrt. Die Jahre des stärksten Wachstums fallen in die Zeit der Pandemie; die Statistik selbst nennt keine Gründe.
Warum „überholt“ hier zwei verschiedene Dinge vergleicht
Der Satz „Online überholt den Laden“ ist griffig, aber er vergleicht einen Vertriebsweg mit einer Warengruppe. Der Online-Wert enthält Futter und Zubehör, der Ladenwert nur Zubehör. Der Wechsel 2022 zeigt deshalb nicht, dass online mehr Leinen und Näpfe verkauft werden als im Geschäft. Er zeigt, dass das gesamte Netzgeschäft größer geworden ist als eine der drei großen Warengruppen im Laden.
Aussagekräftiger ist der Vergleich mit dem ganzen stationären Handel. Für die Jahre ab 2018 weist die Quelle alle sechs Segmente getrennt aus. Zusammen kamen sie 2018 auf rechnerisch 4.223 Mio. Euro, der Online-Handel auf 625 Mio. 2025 standen 5.335 Mio. Euro im Laden 1.521 Mio. online gegenüber. Das Verhältnis hat sich in sieben Jahren fast verdoppelt, von 14,8 auf 28,5 Euro online je 100 Euro im Laden.
Gegen das Futter im Laden liegt der Online-Handel 2025 dagegen noch zurück: Katzenfutter kam auf 2.315 Mio. Euro, Hundefutter auf 1.753 Mio. Euro. Die Grafik zeigt alle vier Reihen ab 2013. Den Rückgang beim Hundefutter 2024 (von 1.972 auf 1.759 Mio. Euro) belegt die Quelle nicht sicher, weil sie für dieses Jahr eine veränderte Datenbasis ausweist.
Die lange Fassung ab 2005, bis 2012 gerechnet
Die Verbände schätzen den Online-Handel erst seit 2013. Damit die Entwicklung davor sichtbar wird, zeigt die zweite Grafik eine von uns gerechnete Fassung ab 2005. Bis 2012 ist die Online-Linie keine Messung, sondern eine geglättete Rechnung, die ohne Sprung an den ersten Verbandswert andockt.
Laden 2005 bis 2010: IVH-Zahlen, 2005, 2007 und 2009 aus den Veränderungsraten zurückgerechnet. Online 2005 bis 2012: gerechnet und geglättet, ab 2013 ZZF/IVH.
So ist gerechnet:
| Schritt | Was | Ergebnis |
|---|---|---|
| Anker 2010 | Studie von bvh und TNS: 190 Mio. Euro für 2010, über 2011 auf die Folgeausgabe verkettet (× 330/260) | 241 Mio. Euro |
| Rückschreibung 2005 | Deutschland-Umsatz von zooplus 2005 gegen 2010 (26,9 zu 104,5 Mio. Euro), Annahme: gleicher Anteil am Online-Markt | 62 Mio. Euro |
| Glättung 2005–2010 | gleichmäßiges Wachstum zwischen beiden Werten | +31 % im Jahr |
| Andocken 2011–2012 | linear von 241 bis zum Verbandswert 400 (2013) | 294 und 347 Mio. Euro |
zooplus: Gesamtleistung mal Umsatzanteil Deutschland laut Geschäftsbericht 2009 und 2010. bvh/TNS nach Universität Duisburg-Essen, Essener Auftakt 2014/1. Alle abgerufen am 28. Oktober 2026.
Die Ladenwerte sind belegt: Das IVH-Datenblatt 2008 nennt 1.037 Mio. Euro für Hundefutter, 1.311 für Katzenfutter und 906 für Bedarfsartikel, jeweils mit der Veränderung zum Vorjahr. Für 2006 und 2010 geben petcom und Lebensmittel Praxis die IVH-Zahlen wieder.
Die Rechnung ist eine von mehreren möglichen. Die Studie von TNS nennt für 2011 und 2012 330 und 350 Mio. Euro, die Rechnung kommt auf 294 und 347. Die GIM-Studie, die TNS nachfolgte, schätzt den Online-Handel 2013 auf 778 Mio. Euro, die Verbände auf 400. Wie groß der Online-Markt ist, hängt stark davon ab, was mitgezählt wird. Die lange Fassung zeigt deshalb die Richtung: 2005 war der Online-Handel gemessen am Laden fast bedeutungslos, rund 60 zu gut 2.800 Mio. Euro in den drei großen Segmenten.
Wächst der Online-Handel weiter?
Die letzten beiden Jahre geben kein klares Bild. 2024 kam ein Plus von 196 Mio. Euro, 2025 nur noch eines von 9 Mio. Für 2024 weist die Quelle allerdings eine veränderte Datenbasis aus, der Vergleich mit 2023 ist laut Verband nur bedingt möglich. Ob 2025 ein Plateau beginnt oder nur ein schwaches Jahr ist, lässt sich an einem einzigen Wert nicht ablesen. Deutlicher ist der Laden: Das Zubehör im stationären Handel schrumpft seit 2023, von 1.121 auf 1.063 Mio. Euro. Eine zweite Quelle bestätigt die Richtung: Laut dem Marktforscher NielsenIQ verlor der Heimtierfachhandel 2024 erstmals Umsatz, Online-Handel und Lebensmittelhandel gewannen (Lebensmittel Zeitung, 11. April 2025). Die Einordnung der übrigen Segmente steht im Artikel zu den Ausgaben für Haustiere.
Was die Zahl nicht sagt
- Online überschneidet sich mit allen anderen Reihen. Der Online-Handel ist eine eigene Schätzung über alle Segmente und keine Teilmenge der Ladenwerte. Futter, das im Netz gekauft wird, steht nur im Online-Wert. Wie sich der Online-Umsatz auf Futter und Zubehör verteilt, weist der Datensatz nicht aus.
- Es ist eine Schätzung, keine Zählung. Die Verbände schätzen den Online-Umsatz; die glatten Werte der frühen Jahre (400, 420, 450) deuten darauf hin.
- Die Werte sind nicht preisbereinigt. Es sind Umsätze zu Endverbraucherpreisen des jeweiligen Jahres.
- Wer verkauft, steht nicht drin. Die Zahl unterscheidet nicht zwischen Versandhändlern, Marktplätzen und den Onlineshops stationärer Fachgeschäfte.
- Tierarzneimittel und Praxisverkäufe sind nicht erkennbar ausgewiesen.
Häufige Fragen
Wie viel geben die Deutschen online für Haustiere aus?
2025 schätzen ZZF und IVH den Online-Handel mit Heimtierbedarf auf 1.521 Mio. Euro, über alle Segmente von Futter bis Zubehör. 2013 waren es 400 Mio. Euro.
Seit wann ist der Online-Handel größer als das Zubehör im Laden?
Seit 2022. In diesem Jahr stand ein Online-Umsatz von 1.203 Mio. Euro einem Umsatz mit Bedarfsartikeln im stationären Handel von 1.091 Mio. Euro gegenüber. 2021 lag der Online-Handel mit 1.055 zu 1.101 Mio. Euro noch knapp dahinter.
Quelle und Methode
Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) und Industrieverband Heimtierbedarf (IVH), „Der Deutsche Heimtiermarkt“. Online-Handel 2013 bis 2025, Bedarfsartikel und Futter im stationären Handel 2011 bis 2025, kleinere Futtersegmente ab 2018. Berechnet sind die Differenzen, die Veränderungsraten, die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 2013 bis 2025, die Summe der sechs stationären Segmente und das Verhältnis von Online- zu Ladenumsatz. Gegenprobe der Richtung: NielsenIQ, berichtet in der Lebensmittel Zeitung vom 11. April 2025, abgerufen am 28. Oktober 2026. Lange Fassung ab 2005: Ladenwerte aus IVH-Zahlen und deren Veränderungsraten, Online-Handel 2005 bis 2012 gerechnet und geglättet aus der bvh/TNS-Studie und den Geschäftsberichten von zooplus (Rechenweg oben). Mehr zur Herkunft: Datenherkunft, Heimtiermarkt.