Pferdetierärzte: 989 Pferdepraxen, 718 Nutztierpraxen (2025)
Ende 2025 führten in Deutschland 989 Tierärztinnen und Tierärzte eine reine Pferdepraxis und 718 eine reine Nutztierpraxis (Statistik der Bundestierärztekammer, Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber). 2019 war es noch umgekehrt, 744 gegen 887. Seit 2021 gibt es mehr reine Pferde- als reine Nutztierpraxen. Im selben Zeitraum sank die Zahl der geschlachteten Pferde auf rund 3.500 im Jahr (Pferdeschlachtungen in Deutschland). Die Reitvereine verlieren dagegen Mitglieder (Reitsport). Dazu kommen 2.231 Inhaberinnen und Inhaber, die neben anderen Tieren auch Pferde behandeln, die reinen Pferdepraxen eingerechnet.
Das Wichtigste in Kürze
- Reine Pferdepraxen: 744 im Jahr 2019, 989 im Jahr 2025, plus 32,9 Prozent (berechnet).
- Reine Nutztierpraxen: 887 auf 718, minus 19,1 Prozent. 2021 lagen die Pferde mit 827 zu 768 erstmals vorn.
- Die klassische Gemischtpraxis für Nutz- und Kleintiere schrumpfte am stärksten: 2.863 auf 2.014, minus 29,7 Prozent.
- Alle, die Pferde behandeln: 1.704 auf 2.231. Alle, die Nutztiere behandeln: 4.005 auf 3.211.
- Der Anteil der reinen Pferdepraxen an allen Niedergelassenen stieg von 6,2 auf 8,8 Prozent, obwohl die Zahl der Niedergelassenen sank.
Die Großtierpraxis wird zur Pferdepraxis
| Jahr | Nur Pferde | Nur Nutztiere | Nutztiere und Pferde | Nutztiere und Kleintiere |
|---|---|---|---|---|
| 2019 | 744 | 887 | 183 | 2.863 |
| 2020 | 776 | 848 | 201 | 2.659 |
| 2021 | 827 | 768 | 192 | 2.325 |
| 2022 | 866 | 728 | 205 | 2.183 |
| 2023 | 891 | 705 | 213 | 2.071 |
| 2024 | 947 | 732 | 227 | 2.165 |
| 2025 | 989 | 718 | 225 | 2.014 |
Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber nach Schwerpunkt, Bundestierärztekammer, Tab. 2. 2019, 2020 (Pferde) und 2024 aus den Werten der 17 Kammern neu summiert, weil die Summenspalte der Kammer dort nicht dazu passt.
Die beiden Bewegungen spiegeln sich fast: Wer Pferde behandelt, wird mehr, plus 527 Inhaberinnen und Inhaber. Wer Nutztiere behandelt, wird weniger, minus 794. Die meisten davon verliert die Gemischtpraxis, die Rinder, Schweine und Kleintiere versorgt. Ob einzelne Praxen das Rind aufgeben und beim Pferd bleiben oder ob alte Gemischtpraxen schließen und neue Pferdepraxen entstehen, zeigt die Statistik nicht. Sie zählt Köpfe, keine Lebensläufe.
Der Anstieg ist kein Zählfehler. Die Zahl aller Niedergelassenen sank von 12.019 auf 11.216, der Anteil der reinen Pferdepraxen stieg trotzdem. Nachmeldungen erklären davon nur wenig: Mecklenburg-Vorpommern meldete 2019 noch keinen Schwerpunkt, 2025 zehn reine Pferdepraxen.
Was neben der Praxis wächst und schrumpft
Auch die Fachtierarzt-Titel laufen auseinander. Von 2007 bis 2025 sank die Zahl der Titel für Rinder von 860 auf 596 und für Schweine von 667 auf 561, die für Pferde stieg von 501 auf 773. Seit 2019 wuchsen sie von 691 auf 773, langsamer als die Pferdepraxen. Das Pferd hat das Rind bei den Titeln 2021 überholt, 705 zu 678, im selben Jahr wie bei den Praxen. Getragen wird der Zuwachs vor allem von Frauen: Reine Pferdepraxen führten 2019 439 Frauen, 2025 616.
Zur gleichen Zeit gingen die Rinder zurück. In den 13 Flächenländern zählte die Viehbestandserhebung 1991 rechnerisch 17,1 Millionen Rinder, 2025 noch 10,4 Millionen. Einen Zusammenhang mit den Praxen belegt die Kammerstatistik nicht, die Richtung passt aber zusammen. Auch die Antibiotika in der Tierhaltung sind seit 2011 um zwei Drittel gesunken, siehe Antibiotika in der Tierhaltung. Für die Pferde gibt es keine jährliche Zählung: Die Deutsche Reiterliche Vereinigung nennt seit Jahren unverändert rund 1,3 Millionen. Mehr Pferde als Ursache lassen sich damit weder belegen noch ausschließen. Die Zucht schrumpft sogar: 2025 waren so wenige Zuchtstuten eingetragen wie nie, mehr dazu im Artikel Pferdezucht in Deutschland.
Mit der Gebührenordnung 2022 wurde die Arbeit am Pferd auch neu bewertet: Grundleistungen plus 60 Prozent, die Kolik-OP plus 110 Prozent, die Hengstkastration plus 199 Prozent, siehe GOT-Gebühren beim Pferd; was das im Notdienst und mit Anfahrt kostet, zeigt die Übersicht Tierarztkosten Pferd.
Und vor 2019?
Getrennt gezählt werden Pferde erst seit 2019, bis dahin steckten sie in den Nutztieren. Die reine Nutz- und Großtierpraxis, Pferde eingeschlossen, fiel von 1.859 Inhabern im Jahr 1991 auf 971 im Jahr 2018. Für die Grafik oben sind die Jahre 2010 bis 2018 in die heutigen Kategorien zurückgerechnet. Danach lagen die Nutztiere vorn, 2010 mit rund 1.391 zu 606. Für die Pferde ist das eine Spanne: Je nach Annahme lagen sie 2010 zwischen 572 und 911. In jeder Variante lagen die Nutztiere bis 2020 vorn.
Was die Zahl nicht sagt
- 2010 bis 2018 sind gerechnet, nicht erhoben. Die Kammer schließt einen Vergleich mit den Jahren vor 2019 selbst aus. Die Rückrechnung bildet die alten Kategorien am Bruch 2018/2019 auf die neuen ab und schreibt die Pferde über die Zahl der Fachtierärzte für Pferde fort. Belastbar ist die Richtung, nicht die genaue Höhe.
- Gezählt werden Inhaberinnen und Inhaber, keine Praxen und keine angestellten Tierärztinnen und Tierärzte. Eine Gemeinschaftspraxis mit drei Inhabern zählt dreimal.
- Der Schwerpunkt ist eine Selbstauskunft, keine Auswertung von Behandlungen. Nicht alle antworten: Je nach Jahr fehlen 2,4 bis 8,8 Prozent der Niedergelassenen in der Aufteilung.
- Die Summen der Kammer sind nicht immer richtig. 2024 zählt die Summenspalte Rheinland-Pfalz doppelt, 2019 liegt sie zu niedrig. Hier stehen die aus den Kammerwerten neu summierten Zahlen, etwa 744 statt 693 reine Pferdepraxen 2019.
- Pferde werden nicht nur in reinen Pferdepraxen behandelt. 2025 gaben 763 Inhaber Kleintiere und Pferde an, 225 Nutztiere und Pferde, 254 alle drei.
Häufige Fragen
Wie viele Pferdetierärzte gibt es in Deutschland?
Ende 2025 führten 989 Tierärztinnen und Tierärzte eine reine Pferdepraxis. Mit allen, die neben anderen Tieren auch Pferde behandeln, waren es 2.231 Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber. Angestellte Tierärztinnen und Tierärzte sind darin nicht enthalten.
Gibt es mehr Pferde- oder mehr Nutztierpraxen?
Seit 2021 mehr reine Pferdepraxen: 2025 waren es 989 gegen 718 reine Nutztierpraxen. 2019 lagen die Nutztiere mit 887 zu 744 noch vorn.
Warum gibt es immer weniger Nutztierpraxen?
Die Statistik nennt keine Gründe. Sie zeigt, dass vor allem die Gemischtpraxis für Nutz- und Kleintiere schrumpft, um 29,7 Prozent seit 2019, und dass gleichzeitig die Rinderbestände sinken.
Quelle und Methode
Statistik der Deutschen Tierärzteschaft der Bundestierärztekammer, Deutsches Tierärzteblatt, Tab. 2 „Praktisch Tätige nach Tierarten“, Stichtag jeweils 31. Dezember, 2019 bis 2025, abgerufen am 16. Oktober 2026. 2019, 2020 (Pferde) und 2024 aus den 17 Kammerspalten neu summiert. 2010 bis 2018 zurückgerechnet: Kleintiere übernommen, die alten Nutztiere und 18,8 Prozent der alten Gemischtpraxen bilden die reine Großtiergruppe, die Pferde darin über die Fachtierarzt-Titel für Pferde fortgeschrieben, bereinigt um die Antwortquote; Spanne aus zwei Gegenvarianten. Rinder: Statistisches Bundesamt, Viehbestandserhebung, Summe der 13 Flächenländer. Pferdebestand: Deutsche Reiterliche Vereinigung, Jahresbericht. Berechnet sind alle Anteile, Summen und Veränderungsraten sowie die Werte vor 2019. Mehr unter Datenherkunft.