Tierärzte je Bundesland – Zahlen der Kammern 2002 bis 2025
Ende 2025 waren in Bayern 8.938 Tierärztinnen und Tierärzte Mitglied der Landestierärztekammer, mehr als in jedem anderen Bundesland. Es folgen Nordrhein-Westfalen mit 7.432 und Niedersachsen mit 6.872. Die wenigsten zählt Bremen mit 191. Quelle ist die Statistik der Bundestierärztekammer zum 31. Dezember, gezählt werden Kammermitglieder einschließlich Ruhestand.
Das Wichtigste in Kürze
- Alle 16 Bundesländer zusammen kommen 2025 auf 46.089 Kammermitglieder, 2002 waren es 31.461. Das ist ein Plus von 46,5 Prozent (berechnet).
- Relativ am stärksten gewachsen ist das Saarland mit plus 70,8 Prozent (219 auf 374), gefolgt von Hamburg mit plus 64,3 Prozent (398 auf 654).
- Am schwächsten gewachsen sind Mecklenburg-Vorpommern mit plus 11,4 Prozent und Sachsen-Anhalt mit plus 12,7 Prozent.
- Seit 2018 schrumpfen drei Länder: Sachsen-Anhalt (1.166 auf 1.129), Mecklenburg-Vorpommern (1.270 auf 1.248) und Thüringen (1.004 auf 994).
- Der Anteil der fünf ostdeutschen Flächenländer an allen Kammermitgliedern sinkt von 18,6 auf 16,2 Prozent (berechnet).
Wie sich die Länder seit 2002 entwickelt haben
| Bundesland | 2002 | 2018 | 2025 | Veränderung 2002–2025 |
|---|---|---|---|---|
| Bayern | 6.070 | 8.052 | 8.938 | +47,2 % |
| Nordrhein-Westfalen | 4.626 | 6.586 | 7.432 | +60,7 % |
| Niedersachsen | 4.388 | 6.199 | 6.872 | +56,6 % |
| Baden-Württemberg | 3.032 | 4.208 | 4.729 | +56,0 % |
| Hessen | 2.435 | 3.175 | 3.382 | +38,9 % |
| Berlin | 1.815 | 2.129 | 2.315 | +27,5 % |
| Schleswig-Holstein | 1.375 | 1.956 | 2.214 | +61,0 % |
| Sachsen | 1.522 | 2.000 | 2.180 | +43,2 % |
| Brandenburg | 1.337 | 1.829 | 1.935 | +44,7 % |
| Rheinland-Pfalz | 1.099 | 1.499 | 1.502 | +36,7 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1.120 | 1.270 | 1.248 | +11,4 % |
| Sachsen-Anhalt | 1.002 | 1.166 | 1.129 | +12,7 % |
| Thüringen | 856 | 1.004 | 994 | +16,1 % |
| Hamburg | 398 | 546 | 654 | +64,3 % |
| Saarland | 219 | 346 | 374 | +70,8 % |
| Bremen | 167 | 182 | 191 | +14,4 % |
| Summe (berechnet) | 31.461 | 42.147 | 46.089 | +46,5 % |
An der Reihenfolge der großen Länder ändert sich in 23 Jahren nichts: Bayern führt in jedem Jahr, dahinter stehen durchgehend Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen. Bayern stellt 2002 wie 2025 knapp ein Fünftel aller Kammermitglieder (19,3 und 19,4 Prozent, berechnet). Nordrhein-Westfalen legt dagegen von 14,7 auf 16,1 Prozent zu, Niedersachsen von 13,9 auf 14,9 Prozent.
Wo das Wachstum ungleich verteilt ist
Fasst man die Länder zu Gruppen zusammen, wird das Muster deutlich (alle Werte berechnet): Die acht westdeutschen Flächenländer wachsen von 23.244 auf 35.443 Mitglieder, plus 52,5 Prozent. Die fünf ostdeutschen Flächenländer wachsen von 5.837 auf 7.486, plus 28,3 Prozent. Die drei Stadtstaaten von 2.380 auf 3.160, plus 32,8 Prozent – getragen von Hamburg mit plus 64,3 Prozent, während Berlin um 27,5 und Bremen um 14,4 Prozent wächst.
Im Osten gehen die Länder dabei auseinander. Brandenburg und Sachsen wachsen mit plus 44,7 und plus 43,2 Prozent fast so stark wie der Bundesdurchschnitt, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bleiben weit darunter und sind seit 2018 rückläufig.
Außerdem flacht das Wachstum insgesamt ab. Von 2002 bis 2018 kamen 34,0 Prozent hinzu, von 2018 bis 2025 noch 9,4 Prozent (beides berechnet). Warum, sagt die Kammerstatistik nicht; sie erfasst weder Alter noch Zu- und Abwanderung je Land.
Was die Zahl nicht sagt
- Kammermitglieder sind nicht Tätige. Mitgezählt sind Ruheständler und Mitglieder, die nicht tierärztlich arbeiten. Bundesweit waren 2025 laut Bundestierärztekammer 34.476 Tierärztinnen und Tierärzte tätig, die Kammersumme liegt um 11.613 darüber (berechnet). Wie sich diese Differenz auf die Länder verteilt, weist die Reihe nicht aus.
- Absolute Zahlen bevorzugen große Länder. Dass Bayern vorn liegt, sagt nichts über die Versorgung. Dafür braucht es die Zahl je Einwohner oder je Tier, etwa die Hunde und Katzen je Tierärztin oder Tierarzt im Artikel Tierarztmangel in Deutschland.
- 17 Kammern, 16 Länder. Nordrhein-Westfalen hat zwei Kammern, Nordrhein und Westfalen-Lippe. Sie sind hier addiert.
- Einzelne Sprünge sind nicht erklärt. Rheinland-Pfalz fällt von 2023 auf 2024 von 1.690 auf 1.516, das Saarland meldet 2019 307 Mitglieder zwischen 346 und 348 in den Nachbarjahren. Die Werte stehen so in der Quelle. Für 2017 und 2018 dokumentiert die Recherche außerdem kleine Summenabweichungen der Quelle von 18 und 10 Personen.
- Vor 2002 gibt es keine vollständige Länderreihe im Netz. Die älteren Tabellen sind nur gedruckt erschienen; online finden sich nur Einzelwerte, etwa für Sachsen.
Häufige Fragen
Welches Bundesland hat die meisten Tierärzte?
Bayern, mit 8.938 Kammermitgliedern Ende 2025. Das sind 19,4 Prozent aller Kammermitglieder in Deutschland (berechnet).
Wie viele Tierärzte gibt es in Nordrhein-Westfalen?
Ende 2025 zusammen 7.432 in den Kammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, 2002 waren es 4.626.
Wie viele Tierärzte gibt es in Deutschland?
Ende 2025 waren 34.476 Tierärztinnen und Tierärzte tätig. Die Mitgliederzahl der Kammern liegt mit 46.089 höher, weil sie auch Ruheständler enthält. Wie sich die Tätigen auf Praxis und Anstellung verteilen, steht im Artikel Mehr angestellte Tierärzte als Praxisinhaber.
Quelle und Methode
Statistik der Deutschen Tierärzteschaft der Bundestierärztekammer, veröffentlicht im Deutschen Tierärzteblatt, Mitglieder je Landestierärztekammer zum 31. Dezember, 2002 bis 2025, abgerufen am 5. November 2026. Die Jahre 2002 bis 2005 stammen aus archivierten Statistik-PDFs und sind doppelt belegt. Nordrhein und Westfalen-Lippe sind zu Nordrhein-Westfalen addiert. Berechnet sind die Summen, die prozentualen Veränderungen, die Anteile und die Ländergruppen (Ost: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen; Stadtstaaten: Berlin, Bremen, Hamburg; West: die übrigen acht). Die Zahl der Tätigen stammt aus der bundesweiten Reihe derselben Statistik. Mehr zur Herkunft der Zahlen: Datenherkunft.