Tiermedizin in Zahlen

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Blutgruppe beim Hund: Welche Rassen Universalspender sind

Ein Hund mit der Blutgruppe DEA 1 negativ kann jedem anderen Hund Blut spenden, ohne ihn gegen diese Blutgruppe zu sensibilisieren. Er gilt deshalb als Universalspender. Wie häufig diese Blutgruppe ist, hängt stark von der Rasse ab: In einer Studie mit 7.414 Hunden waren 83 Prozent der Boxer und 81 Prozent der Deutschen Schäferhunde DEA 1 negativ, aber nur 11 Prozent der Rottweiler. Über alle Hunde der Studie waren es 39 Prozent, für Deutschland nennt das Deutsche Tierärzteblatt etwa 40 Prozent.

Stand 4. November 2026 · von Thomas Freimoser

Das Wichtigste in Kürze

Die Rassen im Vergleich

Bild 1 von 5: Anteil mit Blutgruppe DEA 1 negativ: Boxer 83 Prozent, Deutscher Schäferhund 81, Dobermann 78, Französische Bulldogge 78, West Highland White Terrier 63 (Studie mit 7.414 Hunden, 2017)
Bild 1 von 5: Anteil mit Blutgruppe DEA 1 negativ: Boxer 83 Prozent, Deutscher Schäferhund 81, Dobermann 78, Französische Bulldogge 78, West Highland White Terrier 63 (Studie mit 7.414 Hunden, 2017)
Bild 2 von 5: Selten DEA 1 negativ: Golden Retriever 25 Prozent, Deutsch Kurzhaar 23, Mops 23, Berner Sennenhund 18, Rottweiler 11
Bild 2 von 5: Selten DEA 1 negativ: Golden Retriever 25 Prozent, Deutsch Kurzhaar 23, Mops 23, Berner Sennenhund 18, Rottweiler 11
Bild 3 von 5: Der Durchschnitt: Deutschland etwa 40 Prozent, alle Hunde der Studie 39, Mischlinge 35, Labrador Retriever 35
Bild 3 von 5: Der Durchschnitt: Deutschland etwa 40 Prozent, alle Hunde der Studie 39, Mischlinge 35, Labrador Retriever 35
RasseDEA 1 negativHunde in der Studie
Boxer83,0 %106
Deutscher Schäferhund81,1 %312
Dobermann78,1 %32
Französische Bulldogge77,9 %86
West Highland White Terrier63,0 %54
Mischling35,3 %2.616
Labrador Retriever34,7 %478
Golden Retriever24,8 %214
Mops23,0 %61
Berner Sennenhund18,2 %44
Rottweiler10,5 %57
Alle Hunde38,8 %7.414

Medina Valentin et al., Vet Med Int 2017, Tabelle 1. Bei Rassen mit wenigen Hunden, etwa Dobermann (32), ist der Wert unsicher.

Warum die Blutgruppe zählt

Hunde haben keine natürlich vorkommenden Antikörper gegen fremde Blutgruppen, anders als Katzen. Die erste Transfusion geht deshalb meist auch ohne passende Blutgruppe gut. Bekommt ein DEA-1-negativer Hund aber DEA-1-positives Blut, bildet er Antikörper. Bei einer zweiten Transfusion mit positivem Blut kann es dann zu einer schweren Reaktion kommen. Kohn und Weingart von der Freien Universität Berlin empfehlen deshalb im Deutschen Tierärzteblatt 4/2026, DEA-1-negativen Hunden nur DEA-1-negatives Blut zu geben. DEA-1-positive Hunde vertragen beides.

Die Studie rechnet aus, was ohne Bluttest passieren würde: Bei Mischlingen läge das Risiko einer Sensibilisierung bei 22,8 Prozent, das einer akuten Reaktion bei der zweiten Transfusion bei 5,2 Prozent. Bei den meisten Rassen liegt das Sensibilisierungsrisiko zwischen 20 und 25 Prozent. Als Spender eignen sich laut Tierärzteblatt gesunde Hunde ab etwa 20 bis 25 Kilo; alle Voraussetzungen und den Ablauf beschreibt der Ratgeber Blutspende beim Hund.

Die besten Spenderrassen werden seltener

Bild 4 von 5: Welpen im VDH: Deutscher Schäferhund 28.000 (1992) und 6.374 (2025), Boxer 2.544 und 1.050
Bild 4 von 5: Welpen im VDH: Deutscher Schäferhund 28.000 (1992) und 6.374 (2025), Boxer 2.544 und 1.050

Ausgerechnet die beiden Rassen mit dem höchsten Anteil an Universalspendern haben im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) stark an Nachwuchs verloren. Der Schäferhund fiel von rund 28.000 Welpen 1992 auf 6.374 im Jahr 2025, der Boxer von 2.544 auf 1.050; die ganze Reihe steht im Artikel Deutscher Schäferhund: Welpenzahlen seit 1992. Wie viele Hunde in Deutschland insgesamt DEA 1 negativ sind, hängt aber auch an den vielen Mischlingen und Hunden ohne VDH-Papiere, die keine Statistik nach Rasse erfasst.

Bild 5 von 5: Hunde haben keine natürlichen Antikörper gegen fremde Blutgruppen, die erste Transfusion geht meist gut. Bekommt ein DEA-1-negativer Hund positives Blut, bildet er Antikörper; ohne Bluttest liegt das Risiko bei Mischlingen bei rund 23 Prozent, bei der zweiten Transfusion droht 5 Prozent eine akute Reaktion
Bild 5 von 5: Hunde haben keine natürlichen Antikörper gegen fremde Blutgruppen, die erste Transfusion geht meist gut. Bekommt ein DEA-1-negativer Hund positives Blut, bildet er Antikörper; ohne Bluttest liegt das Risiko bei Mischlingen bei rund 23 Prozent, bei der zweiten Transfusion droht 5 Prozent eine akute Reaktion

Welche Rassen im VDH-Zuchtbuch insgesamt vorn liegen und welche aufsteigen, zeigt der Artikel Beliebteste Hunderassen in Deutschland.

Was die Zahl nicht sagt

Häufige Fragen

Welche Hunde sind Universalspender?

Hunde mit der Blutgruppe DEA 1 negativ. Besonders häufig ist sie bei Boxer (83 %), Deutschem Schäferhund (81 %), Dobermann und Französischer Bulldogge (je 78 %), besonders selten bei Rottweiler (11 %) und Berner Sennenhund (18 %).

Wie viele Hunde in Deutschland sind DEA 1 negativ?

Etwa 40 Prozent, laut Deutschem Tierärzteblatt 4/2026. In der großen italienischen Studie waren es 38,8 Prozent von 7.414 Hunden.

Quelle und Methode

Medina Valentin, Gavazza und Lubas, Prevalence of Dog Erythrocyte Antigen 1 in 7,414 Dogs in Italy, Veterinary Medicine International 2017, Tabellen 1 und 5. Deutschland, Rechtslage und Spenderauswahl: Kohn und Weingart, Transfusionsmedizin beim Hund, Deutsches Tierärzteblatt 2026; 74 (4). Welpenzahlen: Welpenstatistik des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH), siehe Datenherkunft, Hunderassen. Alle abgerufen am 4. November 2026. Die Prozente sind auf ganze Zahlen gerundet, nichts weiter berechnet. Teil der Serie zur Blutspende bei Tieren, Auftakt: Blutbank für Hunde.