Blutgruppe beim Hund: Welche Rassen Universalspender sind
Ein Hund mit der Blutgruppe DEA 1 negativ kann jedem anderen Hund Blut spenden, ohne ihn gegen diese Blutgruppe zu sensibilisieren. Er gilt deshalb als Universalspender. Wie häufig diese Blutgruppe ist, hängt stark von der Rasse ab: In einer Studie mit 7.414 Hunden waren 83 Prozent der Boxer und 81 Prozent der Deutschen Schäferhunde DEA 1 negativ, aber nur 11 Prozent der Rottweiler. Über alle Hunde der Studie waren es 39 Prozent, für Deutschland nennt das Deutsche Tierärzteblatt etwa 40 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze
- Am häufigsten DEA 1 negativ: Boxer 83 %, Deutscher Schäferhund 81 %, Dobermann und Französische Bulldogge je 78 %, West Highland White Terrier 63 %.
- Am seltensten: Rottweiler 11 %, Berner Sennenhund 18 %, Mops und Deutsch Kurzhaar je 23 %, Golden Retriever 25 %.
- Mischlinge und Labrador Retriever liegen bei 35 %, alle Hunde der Studie bei 39 %.
- Ohne Bluttest liegt das Risiko, einen Mischling bei der ersten Transfusion zu sensibilisieren, bei rund 23 Prozent. Bei der zweiten Transfusion droht dann rund 5 Prozent eine akute Reaktion.
- Gerade die besten Spenderrassen werden seltener: Im VDH kamen 1992 rund 28.000 Schäferhund-Welpen zur Welt, 2025 waren es 6.374.
Die Rassen im Vergleich



| Rasse | DEA 1 negativ | Hunde in der Studie |
|---|---|---|
| Boxer | 83,0 % | 106 |
| Deutscher Schäferhund | 81,1 % | 312 |
| Dobermann | 78,1 % | 32 |
| Französische Bulldogge | 77,9 % | 86 |
| West Highland White Terrier | 63,0 % | 54 |
| Mischling | 35,3 % | 2.616 |
| Labrador Retriever | 34,7 % | 478 |
| Golden Retriever | 24,8 % | 214 |
| Mops | 23,0 % | 61 |
| Berner Sennenhund | 18,2 % | 44 |
| Rottweiler | 10,5 % | 57 |
| Alle Hunde | 38,8 % | 7.414 |
Medina Valentin et al., Vet Med Int 2017, Tabelle 1. Bei Rassen mit wenigen Hunden, etwa Dobermann (32), ist der Wert unsicher.
Warum die Blutgruppe zählt
Hunde haben keine natürlich vorkommenden Antikörper gegen fremde Blutgruppen, anders als Katzen. Die erste Transfusion geht deshalb meist auch ohne passende Blutgruppe gut. Bekommt ein DEA-1-negativer Hund aber DEA-1-positives Blut, bildet er Antikörper. Bei einer zweiten Transfusion mit positivem Blut kann es dann zu einer schweren Reaktion kommen. Kohn und Weingart von der Freien Universität Berlin empfehlen deshalb im Deutschen Tierärzteblatt 4/2026, DEA-1-negativen Hunden nur DEA-1-negatives Blut zu geben. DEA-1-positive Hunde vertragen beides.
Die Studie rechnet aus, was ohne Bluttest passieren würde: Bei Mischlingen läge das Risiko einer Sensibilisierung bei 22,8 Prozent, das einer akuten Reaktion bei der zweiten Transfusion bei 5,2 Prozent. Bei den meisten Rassen liegt das Sensibilisierungsrisiko zwischen 20 und 25 Prozent. Als Spender eignen sich laut Tierärzteblatt gesunde Hunde ab etwa 20 bis 25 Kilo; alle Voraussetzungen und den Ablauf beschreibt der Ratgeber Blutspende beim Hund.
Die besten Spenderrassen werden seltener

Ausgerechnet die beiden Rassen mit dem höchsten Anteil an Universalspendern haben im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) stark an Nachwuchs verloren. Der Schäferhund fiel von rund 28.000 Welpen 1992 auf 6.374 im Jahr 2025, der Boxer von 2.544 auf 1.050; die ganze Reihe steht im Artikel Deutscher Schäferhund: Welpenzahlen seit 1992. Wie viele Hunde in Deutschland insgesamt DEA 1 negativ sind, hängt aber auch an den vielen Mischlingen und Hunden ohne VDH-Papiere, die keine Statistik nach Rasse erfasst.

Welche Rassen im VDH-Zuchtbuch insgesamt vorn liegen und welche aufsteigen, zeigt der Artikel Beliebteste Hunderassen in Deutschland.
Was die Zahl nicht sagt
- Die Rassenwerte stammen aus Italien. Für Deutschland gibt es keine Erhebung je Rasse. Die Gesamtwerte liegen nah beieinander (Italien 39 %, Deutschland etwa 40 %), ältere Studien aus anderen Ländern fanden beim Schäferhund bis zu 90 % und mehr.
- Kleine Gruppen schwanken. Bei Rassen mit weniger als 100 untersuchten Hunden kann der wahre Anteil deutlich abweichen.
- DEA 1 ist nicht die einzige Blutgruppe. Hunde haben mehr als zwölf Blutgruppensysteme. Vor einer zweiten Transfusion empfiehlt das Tierärzteblatt eine Kreuzprobe.
- Universalspender heißt nicht automatisch geeigneter Spender. Gewicht, Alter, Gesundheit und Impfstatus entscheiden mit.
Häufige Fragen
Welche Hunde sind Universalspender?
Hunde mit der Blutgruppe DEA 1 negativ. Besonders häufig ist sie bei Boxer (83 %), Deutschem Schäferhund (81 %), Dobermann und Französischer Bulldogge (je 78 %), besonders selten bei Rottweiler (11 %) und Berner Sennenhund (18 %).
Wie viele Hunde in Deutschland sind DEA 1 negativ?
Etwa 40 Prozent, laut Deutschem Tierärzteblatt 4/2026. In der großen italienischen Studie waren es 38,8 Prozent von 7.414 Hunden.
Quelle und Methode
Medina Valentin, Gavazza und Lubas, Prevalence of Dog Erythrocyte Antigen 1 in 7,414 Dogs in Italy, Veterinary Medicine International 2017, Tabellen 1 und 5. Deutschland, Rechtslage und Spenderauswahl: Kohn und Weingart, Transfusionsmedizin beim Hund, Deutsches Tierärzteblatt 2026; 74 (4). Welpenzahlen: Welpenstatistik des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH), siehe Datenherkunft, Hunderassen. Alle abgerufen am 4. November 2026. Die Prozente sind auf ganze Zahlen gerundet, nichts weiter berechnet. Teil der Serie zur Blutspende bei Tieren, Auftakt: Blutbank für Hunde.