Tiermedizin in Zahlen

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Hundesteuer: 430 Mio. Euro, 2025 erstmals kein Plus

Die Gemeinden in Deutschland nahmen 2025 429,7 Mio. Euro Hundesteuer ein, mehr als doppelt so viel wie 1999 mit 187,7 Mio. Euro. Seit Beginn der Reihe ist die Steuer jedes Jahr gestiegen, 2025 zum ersten Mal nicht: minus 0,1 Prozent gegenüber 2024 (429,9 Mio.). So steht es in der Statistik der kassenmäßigen Steuereinnahmen des Statistischen Bundesamts.

Stand 5. November 2026 · von Thomas Freimoser

Hundesteuer: kein Plus mehr · Daten als CSVIm Studio öffnen

Das Wichtigste in Kürze

Hundesteuer: kein Plus mehr · Daten als CSVIm Studio öffnen
JahrHundesteuerVeränderung
1999187,7
2005234,3
2010258,1
2013298,9
2015322,0
2020380,2+2,7 %
2021400,7+5,4 %
2022413,9+3,3 %
2023420,6+1,6 %
2024429,9+2,2 %
2025429,7−0,1 %

Mio. Euro, kassenmäßige Einnahmen der Gemeinden. Veränderungen berechnet.

Was die Hundesteuer misst

Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer. Jede Gemeinde legt ihren Satz selbst fest und kann ihn jederzeit ändern. Die Einnahmen wachsen deshalb aus zwei Gründen: mehr gemeldete Hunde und höhere Sätze. Eine bundesweite Statistik der Sätze gibt es nicht, die Reihe lässt sich deshalb nicht in Hunde umrechnen.

Als Gegenprobe zur Hundezahl taugt sie trotzdem, weil sie amtlich und lückenlos ist. Die Verbände IVH und ZZF schätzen die Zahl der Hunde aus Haushaltsbefragungen. 2012 stellten sie die Methode um, die Zahl der Hunde sprang von 5,4 auf 7,4 Millionen. Die Steuer wuchs im selben Jahr nur um 4,6 Prozent, so wie in den Jahren davor. Ab 2013, innerhalb derselben Methode, kommen beide Reihen am Ende fast gleich weit: Steuer plus 43,8 Prozent, Hunde plus 44,9 Prozent. Mehr zur Hundezahl steht im Artikel Wie viele Haustiere gibt es in Deutschland?.

Steigt die Steuer pro Hund?

Die Einnahmen allein trennen nicht zwischen mehr Hunden und höheren Sätzen. Legt man die Zahl der Hunde und die Verbraucherpreise daneben, wird es deutlicher. Alle drei Reihen als Veränderung seit 2013:

Hundesteuer, Hunde und Preise · Daten als CSVIm Studio öffnen
JahrHundesteuerHundeVerbraucherpreiseSteuer je Hund
2013–––43,30 €
2020+27,2 %+55,1 %+7,4 %35,50 €
2025+43,8 %+44,9 %+30,9 %43,00 €

Veränderung gegenüber 2013 und Euro je gezähltem Hund, alles berechnet. Hunde: Haushaltsbefragung von IVH und ZZF. Verbraucherpreise: Statistisches Bundesamt, Jahresdurchschnitt.

Über die ganze Zeit kommt das Plus von den Hunden: Die Steuer stieg um 43,8 Prozent, die Zahl der Hunde um 44,9 Prozent. Pro gezähltem Hund sind es 2013 wie 2025 rund 43 Euro. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 30,9 Prozent. In Preisen von 2025 kamen 2013 noch 56,70 Euro auf jeden Hund, real ist die Steuer pro Hund also um 24 Prozent gesunken.

Dazwischen liegen zwei Phasen. Bis 2020 zählten die Verbände 55 Prozent mehr Hunde, die Steuer stieg nur um 27 Prozent. Seit 2020 sinkt die Hundezahl um 6,5 Prozent, die Steuer stieg trotzdem um 13 Prozent. Pro Hund sind das seit 2020 plus 21 Prozent, fast genau die Inflation von 21,9 Prozent. Ob dahinter höhere Sätze stehen, später gemeldete Hunde oder eine hohe Hochrechnung der Verbände für 2020, lässt sich aus den Reihen nicht trennen.

Für die Halter ist das Futter der stärkere Preistreiber: Hunde- und Katzenfutter kostete 2025 laut Statistischem Bundesamt 35,8 Prozent mehr als 2020, die Verbraucherpreise insgesamt 21,9 Prozent mehr (Destatis, Pressemitteilung N069, 7. Oktober 2026). Als Linie fehlt das Futter in der Grafik, weil die Reihe öffentlich erst ab 2020 vorliegt.

2025: Ende des Booms?

Ein einzelnes Jahr ist noch kein Trend. Auffällig ist aber, dass zwei unabhängige Quellen 2025 in dieselbe Richtung zeigen: Die Steuer wuchs nicht mehr, und die Haushaltsbefragung der Verbände zählt eine halbe Million Hunde weniger als 2024. Kassenmäßige Einnahmen können sich außerdem verschieben, wenn Bescheide später bezahlt werden. Ob 2025 eine Wende ist, zeigt erst das nächste Jahr.

Nachtrag 2026: Im ersten Halbjahr 2026 nahmen die Gemeinden 271,9 Mio. Euro Hundesteuer ein, 1,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025 (266,7 Mio. Euro, berechnet aus den Quartalswerten). Das spricht eher für ein schwaches Jahr 2025 als für eine Wende. Die Zahlen für das zweite Halbjahr stehen noch aus (Destatis, Tabelle 71211-0003, abgerufen am 5. November 2026).

Was die Zahl nicht sagt

Häufige Fragen

Wie viel Hundesteuer nehmen die Gemeinden in Deutschland ein?

2025 waren es 429,7 Mio. Euro, 2024 429,9 Mio. Euro. 1999 waren es 187,7 Mio. Euro.

Ist die Hundesteuer pro Hund gestiegen?

Kaum. Pro gezähltem Hund nahmen die Gemeinden 2013 und 2025 jeweils rund 43 Euro ein (berechnet aus den Einnahmen und der Hundezahl von IVH und ZZF). Weil die Preise in dieser Zeit um 30,9 Prozent stiegen, ist die Steuer pro Hund real gesunken. Seit 2020 steigt sie etwa im Tempo der Inflation.

Ist die Hundesteuer 2025 gestiegen?

Nein. 2025 lagen die Einnahmen mit 429,7 Mio. Euro um 0,1 Prozent unter dem Vorjahr, zum ersten Mal seit Beginn der Reihe 1999. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Einnahmen wieder 1,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Quelle und Methode

Statistisches Bundesamt, Kassenmäßige Steuereinnahmen, Tabelle 71211-0001, Steuerart Hundesteuer, abgerufen über die öffentliche Schnittstelle am 22. Oktober und geprüft am 4. November 2026. Zahl der Hunde: IVH und ZZF, „Der Deutsche Heimtiermarkt“. Verbraucherpreise: Statistisches Bundesamt, Verbraucherpreisindex, Tabelle 61111-0001. Futterpreise und Einordnung: Destatis, Pressemitteilung N069 vom 7. Oktober 2026, abgerufen am 5. November 2026. Zweite Quelle für einzelne Jahre: petcom zu 2024 (430 Mio. Euro). Berechnet sind die Veränderungsraten und die Steuer je Hund. Mehr zur Herkunft: Datenherkunft, Hundesteuer.