Mehr Katzen oder Hunde? Welt und Deutschland im Vergleich
Weltweit gibt es mehr Hunde als Katzen, für 2018 nennt Euromonitor 471 Millionen Hunde und 373 Millionen Katzen. In Deutschland ist es umgekehrt: 2025 lebten hier 15,7 Millionen Katzen und 10,0 Millionen Hunde. Die Richtung ist aber fast überall dieselbe – zwischen 2000 und 2026 verschiebt sich das Verhältnis in 84 von 197 Ländern, und fast immer zugunsten der Katze.
Das Wichtigste in Kürze
- Welt: Nach unserem Ländermodell wächst die Zahl der Hunde von 331,5 Millionen (2000) auf 521,0 Millionen (2026), die der Katzen von 294,2 auf 442,8 Millionen. Das ist eine Modellsumme, keine Zählung.
- Die Mehrheit der Länder bleibt beim Hund: 2000 lebten in 130 von 197 Ländern mehr Hunde, 2026 in 133. Was sich bewegt, ist der Abstand.
- Japan ist der deutlichste belegte Fall: Der Hundeanteil an Hunden und Katzen zusammen fällt von 57 auf 41 Prozent.
- China hat inzwischen mehr Katzen als Hunde: 71,53 Millionen gegen 52,58 Millionen im Jahr 2024.
- Deutschland: 1991 waren 46,5 Prozent aller Hunde und Katzen Hunde, 2025 noch 38,9 Prozent (berechnet).
Wo sich das Verhältnis verschiebt
Die Karte teilt jedes Land nach dem Hundeanteil an Hunden und Katzen in fünf Stufen ein: mehr Hunde (über 60 Prozent), leicht mehr Hunde (53 bis 60), etwa gleich (47 bis 53), leicht mehr Katzen (40 bis 47) und mehr Katzen (unter 40). Zwischen 2000 und 2026 wechseln 84 der 197 Länder die Stufe. Die beiden häufigsten Wechsel zeigen dieselbe Richtung: 27 Länder rutschen von „leicht mehr Katzen“ zu „mehr Katzen“, weitere 27 von „mehr Hunde“ zu „leicht mehr Hunde“.
Die Zahl der Länder mit Hundemehrheit ändert sich dabei kaum, von 130 auf 133. Die Katze gewinnt also nicht dadurch, dass Länder die Seite wechseln, sondern dadurch, dass der Hundevorsprung fast überall schmaler wird. Am deutlichsten ist das in Ostasien:
| Land | Hundeanteil 2000 | Hundeanteil 2026 |
|---|---|---|
| Japan | 57,1 % | 41,1 % |
| China | 55,6 % | 41,6 % |
| Deutschland | 42,9 % | 39,6 % |
| Frankreich | 49,8 % | 36,6 % |
| USA | 47,3 % | 54,7 % |
| Brasilien | 70,0 % | 69,4 % |
Hundeanteil an Hunden und Katzen zusammen. Werte aus dem Datensatz, 2026 ist Projektion.
Die Ausnahme sind vor allem Nord- und Südamerika. In den USA wächst der Hundeanteil, in Brasilien bleibt er seit über zwanzig Jahren bei rund 69 Prozent – so zeigen es die nationalen Erhebungen von USDA, IBGE und Instituto Pet Brasil. Wie eine solche Karte aus einer eigenen Tabelle entsteht, zeigt die Anleitung zur animierten Weltkarte.
Deutschland: Katzenland seit den Neunzigern
In Deutschland liegt die Katze seit Beginn der Reihe vorn, und der Abstand wuchs vor allem in den 1990er- und 2000er-Jahren: 1991 kamen auf zehn Hunde rund elfeinhalb Katzen, 2014 rund siebzehn. Seitdem pendelt das Verhältnis zwischen 1,43 und 1,63 Katzen je Hund. Innerhalb derselben Erhebungsmethode, also seit 2013, wuchs sogar der Hund prozentual schneller: plus 44,9 gegen plus 36,5 Prozent (berechnet).
| Jahr | Katzen (Mio.) | Hunde (Mio.) | Katzen je Hund |
|---|---|---|---|
| 1991 | 5,3 | 4,6 | 1,15 |
| 2000 | 6,8 | 5,0 | 1,36 |
| 2014 | 11,8 | 6,8 | 1,74 |
| 2021 | 16,7 | 10,3 | 1,62 |
| 2025 | 15,7 | 10,0 | 1,57 |
Die gesamte Entwicklung aller Haustierarten seit 1991, vom Ziervogel bis zum Terrarium, steht im Artikel Anzahl Haustiere in Deutschland.
Was die Zahl nicht sagt
- Die Weltkarte ist für viele Länder ein Modell. Eigene Erhebungen gibt es vor allem für Europa (FEDIAF, Europäische Kommission), die USA (AVMA), Kanada (CAHI), Australien (AVA), Japan, China und Brasilien. Die übrigen Länder folgen Regionsannahmen, deshalb tragen ganze Regionen ähnliche Farben.
- Die Weltsumme ist eine Modellsumme. Gegen Euromonitor liegt sie für 2018 4,3 Prozent (Hunde) und 6,7 Prozent (Katzen) darunter. 2026 ist durchgehend Projektion.
- Zwei Länder sind gegen ihre nationalen Quellen korrigiert: China ab 2020 auf die gemessenen Zahlen des White Paper, Brasilien auf die Katzenzahlen der nationalen Erhebungen.
- Deutschland hat mehrere Methodenbrüche. Der Sprung von 2011 auf 2012, bei den Katzen von 8,2 auf 12,3 Millionen, ist ein Wechsel der Erhebung, keine Tierwelle.
- Gezählt werden Tiere, keine Haushalte. Wie viele Haushalte einen Hund oder eine Katze halten, steht in diesen Zahlen nicht.
Häufige Fragen
Gibt es auf der Welt mehr Katzen oder Hunde?
Mehr Hunde. Euromonitor nennt für 2018 weltweit 471 Millionen Hunde und 373 Millionen Katzen. In den meisten Ländern leben mehr Hunde, in Deutschland, Frankreich, Japan und inzwischen China aber mehr Katzen.
Gibt es in Deutschland mehr Katzen oder Hunde?
Mehr Katzen. 2025 lebten in Deutschland 15,7 Millionen Katzen und 10,0 Millionen Hunde, rechnerisch 1,57 Katzen je Hund.
Wie viele Hunde gibt es auf der Welt?
Das zählt niemand vollständig. Euromonitor nennt für 2018 rund 471 Millionen Hunde in Haushalten, unser Ländermodell kommt für 2026 auf 521 Millionen. Streunende Hunde sind in beiden Zahlen nicht enthalten.
Quelle und Methode
Welt: Datensatz „Hund oder Katze – was ist wo häufiger?“, 197 Länder von 2000 bis 2026, aus FEDIAF, Europäischer Kommission, AVMA, Japan Pet Food Association, CAHI, AVA, USDA, IBGE, Instituto Pet Brasil und China Pet Industry White Paper; zwischen belegten Jahren interpoliert, für Länder ohne eigene Erhebung modelliert, als Beispieldaten markiert. Weltweite Vergleichszahl 2018: Euromonitor. Deutschland: IVH und ZZF, „Der Deutsche Heimtiermarkt“, 1991 bis 2025. Berechnet sind Anteile, Verhältnisse und Veränderungen. Methode und Gegenproben unter Datenherkunft.