Tierarzneimittelmarkt Deutschland: 1.098 Mio. Euro 2025
Der Markt für Tierarzneimittel in Deutschland wuchs 2025 um 4,7 Prozent auf 1.098 Mio. Euro, fast doppelt so viel wie 2005 mit rund 559 Mio. Euro. Verschoben hat sich vor allem, für welche Tiere das Geld ausgegeben wird: Bis 2012 lagen die Nutztiere vorn, 2025 entfielen 60,6 Prozent auf Heimtiere und Pferde, rechnerisch 665 Mio. Euro, und 39,4 Prozent auf Nutztiere, rund 433 Mio. Euro. Die Zahlen stammen vom Bundesverband für Tiergesundheit (BfT).
Das Wichtigste in Kürze
- 1.098 Mio. Euro Umsatz mit Tierarzneimitteln 2025, plus 4,7 Prozent. 2024 wurde erstmals die Milliarde überschritten (1.048,4 Mio.).
- Heimtiere und Pferde: rechnerisch 268 Mio. Euro (2005), 665 Mio. (2025), das 2,5-Fache. Ihr Anteil stieg von 48 auf 60,6 Prozent.
- Nutztiere: rechnerisch 291 Mio. Euro (2005), 433 Mio. (2025). Von 2012 bis 2023 blieb der Betrag fast gleich, um 370 Mio. Euro.
- Den größten Sprung im Anteil gab es 2021: von 57 auf 61 Prozent für Heimtiere und Pferde, im zweiten Jahr der Pandemie.
- Antiinfektiva, also vor allem Antibiotika, sanken von 202 Mio. Euro (2010) auf 148 Mio. (2025). Impfstoffe und Antiparasitika wuchsen.
Wer die Arzneimittel bekommt
Mio. Euro je Tierart berechnet aus Gesamtumsatz und dem Anteil, den der BfT nennt. „Heimtiere und Pferde“ ist das, was der BfT „Kleintier“ nennt, bis 2012 „Hobbytier: Hund, Katze, Pferd“.
| Jahr | Gesamt | Heimtiere und Pferde | Anteil | Nutztiere |
|---|---|---|---|---|
| 2005 | 559 | 268 | 48 % | 291 |
| 2010 | 714 | 350 | 49 % | 364 |
| 2012 | 739 | 370 | 50 % | 369 |
| 2015 | 761 | 392 | 51,5 % | 369 |
| 2020 | 878 | 500 | 57 % | 378 |
| 2021 | 900 | 549 | 61 % | 351 |
| 2023 | 965 | 598 | 62 % | 367 |
| 2025 | 1.098 | 665 | 60,6 % | 433 |
Millionen Euro, Schätzung des BfT auf den Gesamtmarkt. Gesamt 2005 aus der Wachstumsrate 2006 zurückgerechnet, Anteil 2015 zwischen 2014 und 2016 gerechnet, Euro je Tierart berechnet.
Bis 2011 lagen die Nutztiere knapp vorn, von 2012 bis 2014 teilten sich beide Seiten den Markt etwa zur Hälfte. Danach ging die Schere auf: Der Umsatz für Heimtiere und Pferde wuchs fast jedes Jahr, der für Nutztiere blieb stehen. Erst 2024 kam auch bei den Nutztieren ein deutliches Plus, rechnerisch von 367 auf 413 Mio. Euro.
Passt das zu anderen Zahlen?
Zwei unabhängige Reihen zeigen in dieselbe Richtung. Auf der Nutztierseite sank die Menge der Antibiotika, die an Tierärztinnen und Tierärzte abgegeben werden, von 2011 bis 2024 um 67 Prozent (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, siehe Antibiotika in der Tierhaltung). Im BfT-Markt sanken die Antiinfektiva im selben Zeitraum von 200 auf 149 Mio. Euro. Auf der Heimtierseite stieg die Zahl der Hunde seit 2013 um 45 Prozent, die der Katzen um 37 Prozent (Wie viele Haustiere gibt es in Deutschland?).
Was der Tiergesundheitsmarkt misst und was nicht
Der Name klingt nach „alles, was Tiergesundheit kostet“. Gemeint ist aber nur der Umsatz mit Tierarzneimitteln: Impfstoffe, Mittel gegen Parasiten, Antiinfektiva und pharmazeutische Spezialitäten wie Schmerzmittel oder Herzmedikamente. Behandlungen, Operationen und Diagnostik, also die tierärztlichen Leistungen selbst, sind darin nicht enthalten.
Umgekehrt ist der Arzneimittelumsatz nicht unabhängig vom Praxisumsatz. In Deutschland geben Tierärztinnen und Tierärzte Arzneimittel über die tierärztliche Hausapotheke selbst ab. Ein Teil der 1.098 Mio. Euro fließt deshalb über die Praxen, und dort steckt er auch in deren Umsatz. Beide Zahlen zu addieren, würde doppelt zählen. Blutkonserven für Hunde und Katzen stecken dagegen nicht im Markt: Eine Praxis darf sie nur für die eigenen Patienten herstellen und nicht an andere Tierärzte abgeben, siehe Blutbank für Hunde.
Wie groß das im Vergleich ist
Die folgenden Werte stammen aus Quellen mit unterschiedlicher Abgrenzung und lassen sich nicht verrechnen. Nebeneinandergelegt geben sie trotzdem ein Gefühl für die Verhältnisse:
| Markt | Jahr | Umsatz |
|---|---|---|
| Tierarzneimittel für Heimtiere und Pferde (berechnet) | 2025 | rund 665 Mio. Euro |
| Tierarzneimittel gesamt | 2025 | 1.098 Mio. Euro |
| Katzenfutter im stationären Handel | 2025 | 2.315 Mio. Euro |
| Veterinärmedizinische Unternehmen | 2022 | 5,1 Mrd. Euro |
Der Umsatz mit Arzneimitteln für Heimtiere und Pferde ist rechnerisch kaum mehr als ein Viertel dessen, was im Laden allein für Katzenfutter ausgegeben wird. Die gesamte Tiermedizin, also vor allem Praxen und Kliniken, setzte 2022 laut Statistischem Bundesamt 5,1 Mrd. Euro um; die Hälfte davon entfällt laut Tierärzte Atlas auf rund 1.000 Praxen. Die Einordnung der Futter- und Zubehörumsätze steht im Artikel zu den Ausgaben für Haustiere und im Beitrag zum Online-Handel. Wer die Praxen betreibt, steht im Artikel Wer betreibt die Tierarztpraxen in Deutschland?.
Was die Zahl nicht sagt
- Es ist eine Schätzung des Verbands. Der BfT spricht selbst von einer „Schätzung auf den Gesamtmarkt“; seine Mitglieder decken nach eigener Angabe mehr als 95 Prozent ab. Auf welcher Preisstufe gerechnet wird, nennt er nicht.
- „Kleintier“ heißt hier Heimtiere und Pferde. Eine Aufteilung nach Hund, Katze oder Pferd gibt es nicht.
- Die Euro-Beträge je Tierart sind gerechnet. Der BfT nennt nur Prozent, bis 2023 gerundet und in einigen Jahren mit „etwa“. Für 2013 und 2015 fehlt der Anteil ganz; er ist zwischen den Nachbarjahren gerechnet. Für 2025 meldet der BfT dasselbe Verhältnis wie 2024.
- Zweimal hat der BfT die Basis korrigiert: 2014 für das Jahr 2013 und 2023 für das Jahr 2022 (902 Mio. Euro plus 6,1 Prozent wären 957, gemeldet sind 964,7). Die Werte stehen hier wie gemeldet.
- Nicht preisbereinigt. Ein Teil des Wachstums sind höhere Preise.
Häufige Fragen
Wie groß ist der Markt für Tierarzneimittel in Deutschland?
1.098 Mio. Euro im Jahr 2025, nach einem Wachstum von 4,7 Prozent. 60,6 Prozent entfallen auf Heimtiere und Pferde, 39,4 Prozent auf Nutztiere. 2005 waren es rund 559 Mio. Euro.
Wie viel Umsatz machen Tierärzte in Deutschland?
Alle veterinärmedizinischen Unternehmen zusammen setzten 2022 laut Statistischem Bundesamt 5,1 Mrd. Euro um, zitiert im Tierärzte Atlas Deutschland 2024. Die Hälfte davon entfällt auf rund 1.000 Praxen.
Quelle und Methode
Bundesverband für Tiergesundheit (BfT), jährliche Pressemitteilungen und Marktgrafiken zum Tierarzneimittelmarkt, zuletzt vom 08.05.2026 und 12.05.2025; ältere Jahrgänge auf bft-online.de und über das Internet Archive. Branchenumsatz 2022 (Destatis) und Konzentration auf rund 1.000 Praxen: Tierärzte Atlas Deutschland 2024, Deutsches Tierärzteblatt 2/2025. Futter: ZZF/IVH, „Der Deutsche Heimtiermarkt“. Gegenprobe: BVL-Abgabemengen von Antibiotika, IVH/ZZF-Heimtierzahlen. Alle abgerufen am 29. Oktober 2026. Berechnet sind die Euro-Beträge je Tierart, der Gesamtwert 2005, die Anteile 2013 und 2015 und die Veränderungen. Mehr zur Herkunft: Datenherkunft, Tierarzneimittel.