Niedergelassene Tierärzte in Deutschland 2025: 11.216
Ende 2025 gab es in Deutschland 11.216 niedergelassene Tierärztinnen und Tierärzte, also Inhaberinnen und Inhaber einer eigenen Praxis. 5.930 von ihnen führten eine reine Kleintierpraxis – 52,9 Prozent aller Niedergelassenen und 54,4 Prozent derer, die ihren Schwerpunkt angegeben haben (berechnet aus der Statistik der Bundestierärztekammer). 1991 war noch die gemischte Praxis für Nutz- und Kleintiere mit 4.086 Inhabern der Regelfall, reine Kleintierpraxen führten 2.298.
Das Wichtigste in Kürze
- 1991 entfielen 27,9 Prozent der Angaben auf reine Kleintierpraxen, 49,6 Prozent auf gemischte und 22,6 Prozent auf reine Nutz- und Großtierpraxen (berechnet).
- 2002 standen Kleintier- und Gemischtpraxen gleichauf, auf die Person genau: 4.419 zu 4.419.
- 2014 lag der Anteil der reinen Kleintierpraxen erstmals über der Hälfte, bei 50,2 Prozent.
- Bis 2018 stieg ihre Zahl auf 6.142, rechnerisch das 2,7-Fache von 1991.
- Seit 2019 bewegt sich der Anteil kaum noch: 53,7 Prozent im Jahr 2019, 54,4 Prozent im Jahr 2025.
Wie die gemischte Praxis ihren Vorrang verlor
| Jahr | Nur Kleintiere | Gemischt | Nur Nutz- und Großtiere | Anteil Kleintiere |
|---|---|---|---|---|
| 1991 | 2.298 | 4.086 | 1.859 | 27,9 % |
| 2002 | 4.419 | 4.419 | 1.637 | 42,2 % |
| 2007 | 5.337 | 4.667 | 1.438 | 46,6 % |
| 2014 | 5.994 | 4.773 | 1.166 | 50,2 % |
| 2018 | 6.142 | 4.554 | 971 | 52,6 % |
| 2019 | 5.912 | 3.381 | 1.713 | 53,7 % |
| 2025 | 5.930 | 3.031 | 1.932 | 54,4 % |
Anteil an allen Inhaberinnen und Inhabern mit Schwerpunktangabe, berechnet. Zwischen 2018 und 2019 liegt ein Methodenbruch.
Interessant ist, auf wessen Kosten die Kleintierpraxis gewachsen ist – und dass sich das über die Zeit geändert hat. Von 1991 bis 2004 sanken beide anderen Gruppen etwa gleich stark: die gemischten Praxen von 49,6 auf 40,9 Prozent, die reinen Nutz- und Großtierpraxen von 22,6 auf 15,4 Prozent. Von 2007 bis 2015 dagegen blieb der Anteil der gemischten Praxen nahezu konstant zwischen 40,0 und 40,8 Prozent. Der Zuwachs der Kleintierpraxen von 46,6 auf 50,4 Prozent kam in dieser Phase rechnerisch zum größten Teil aus den reinen Nutz- und Großtierpraxen, deren Anteil von 12,6 auf 9,6 Prozent fiel.
Die Statistik verknüpft diese Entwicklung nicht mit den Tieren. Zeitlich läuft sie aber parallel zu dem, was der Artikel Heimtiere in Deutschland seit 1991 zeigt: Hunde und Katzen zusammen nahmen von 9,9 Millionen im Jahr 1991 auf 25,7 Millionen im Jahr 2025 zu, auch wenn ein Teil davon ein Methodenwechsel ist.
Auch Kleintierpraxen werden inzwischen weniger
Seit ihrem Höchststand 2019 sinkt die Zahl der Praxisinhaber insgesamt (mehr dazu im Artikel Angestellte überholen die Praxisinhaber). Davon sind auch die Kleintierpraxen betroffen, nur schwächer. Ob daraus ein Tierarztmangel folgt, prüft der Artikel Tierarztmangel in Deutschland. Vergleichen lassen sich dafür am besten 2020 und 2025, weil in beiden Jahren ein ähnlicher Anteil der Inhaber die Schwerpunktfrage beantwortet hat, 96,5 und 97,1 Prozent.
- Alle Praxisinhaber: 12.001 auf 11.216, minus 6,5 Prozent.
- Reine Kleintierpraxen: 6.217 auf 5.930, minus 4,6 Prozent.
- Gemischte Praxen: 3.547 auf 3.031, minus 14,5 Prozent.
- Nutztier- und Pferdepraxen: 1.815 auf 1.932, plus 6,4 Prozent.
Alle Veränderungen sind berechnet. Die Kleintierpraxis gewinnt also weiter Anteile, aber nicht mehr, weil sie wächst, sondern weil sie langsamer schrumpft als die gemischte Praxis. Warum die Nutz- und Pferdepraxen seit 2019 zulegen und was davon echt ist, behandelt der Artikel Was aus der Nutztierpraxis geworden ist.
Was die Zahl nicht sagt
- Der Methodenbruch 2019 ist echt. Seit 2019 fragt die Kammer Pferde getrennt ab, vorher zählten sie zu den Nutz- und Großtieren. Die gemischten Praxen fallen dadurch von 4.554 auf 3.381, ohne dass Praxen verschwinden. Wie dieser Bruch entsteht und wie man die Reihe trotzdem liest, erklärt Warum das Pferd 2019 aus der Statistik fiel.
- Gezählt werden Inhaberinnen und Inhaber, keine Praxen und keine angestellten Tierärztinnen und Tierärzte. Eine Gemeinschaftspraxis mit drei Inhabern zählt dreimal.
- Nicht alle antworten. Seit 2019 geben 91,2 bis 97,1 Prozent der Niedergelassenen einen Schwerpunkt an. 2024 waren Mehrfachantworten möglich, die Summe liegt mit 11.529 über den 11.264 Inhabern. Anteile sind deshalb verlässlicher als absolute Zahlen.
- Die Kategorien heißen nicht immer gleich. 2001 bis 2004 fragte die Kammer nach Praxen für „überwiegend“ Kleintiere oder Großtiere, ab 2006 nach Kleintieren und Nutztieren.
- Lücken: 1996 bis 2000 sind nur gedruckt erschienen, 2005 enthält eine gekürzte Tabelle, 2006 ist durch eine Fehlmeldung aus Baden-Württemberg unbrauchbar. Diese Jahre fehlen in der Tabelle und sind im Diagramm überbrückt.
- 1990 bleibt draußen. Die Zeile für 1990 umfasst nur die alten Bundesländer; ihre Summe ergibt 5.900 Inhaber, die von 1991 dagegen 8.243.
Häufige Fragen
Wie viele niedergelassene Tierärzte gibt es in Deutschland?
Ende 2025 waren es 11.216. Davon gaben 5.930 eine reine Kleintierpraxis an, 3.031 eine gemischte Praxis und 1.932 eine reine Nutztier- oder Pferdepraxis; 323 machten keine Angabe (berechnet).
Quelle und Methode
Statistik der Deutschen Tierärzteschaft der Bundestierärztekammer, Deutsches Tierärzteblatt, Stichtag jeweils 31. Dezember, Zeitraum 1991 bis 2025; 1991 bis 1995 zitiert nach Maure (1998). Ab 2019 sind die sieben neuen Kategorien auf die alte Dreiteilung abgebildet: Nutztiere, Pferde sowie Nutztiere und Pferde bilden die reinen Nutz- und Großtierpraxen, alle Kombinationen mit Kleintieren die gemischten. Gegenprobe: Für 2023 nennt die Kammer mehr als 50 Prozent Kleintierpraxen und gut ein Viertel Gemischtpraxen, diese Zuordnung ergibt 53,9 und 28,8 Prozent. Berechnet sind alle Anteile und Veränderungsraten. Mehr unter Datenherkunft.